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Aufgabe des Werkes Kaufbeuren, der Fabrik zur Verwertung chemischer Erzeugnisse GmbH war es, monatlich etwa 250 Tonnen Schießpulver verschiedener Sorten, ab 1944 auch Sprengstoffe herzustellen und Aufgabe der DWM war es, Maschinen zur Produktion von Zündhütchen herzustellen. Außerdem sollten Forschungsaufträge für die Rüstungsindustrie durchgeführt werden. Hoch angesehene Wissenschaftler gehörten zum Personalbestand des Werkes. Im November 1939 begann der Bau dieser Pulverfabrik vor den Toren Kaufbeurens. Zuerst wurden die Barackenunterkünfte, die später die Werksarbeiter aufnehmen sollten, für die Bauarbeiter fertiggestellt: Das Lager Riederloh entstand. Mitte 1940 standen in diesem Lager für die Unterbringung der Bauarbeiter 2200 Betten, für ihre Verpflegung ein Wirtschaftstrakt (Wirtschaftsbaracke) mit einem Küchentrakt und zwei Speisesäle zur Verfügung. „Um die Betonkieslieferung für die umfangreichen Bauvorhaben sicherzustellen, wurde im Norden des Werkgeländes eine neue Kiesgrube an der Grenze der Ortschaften Pforzen und Germaringen erschlossen. Im Winter 1939/40 wurden für diese Betonkiesaufbereitung die erforderlichen Gebäude durch die Firma Hebel, Memmingen, errichtet und montiert. Im Frühjahr 1940 konnte das Kieswerk mit der Lieferung beginnen. Die Leistung des Betonwerkes betrug täglich 700 bis 800 cbm Betonkies, der mit Feldbahnzügen zu den einzelnen Baustellen im Waldgelände angeliefert wurde. Mit der Fertigstellung des Kieswerkes konnten die Spezialbauten für die eigentliche Pulverfabrik intensiv begonnen werden. Gleichzeitig wurde mit dem Straßenbau begonnen, einschließlich einer Verbindungsstraße zur Fernstraße München-Lindau, mit dem Kanalbau und dem Gleisbau der Werkbahn mit Anschluss an die Eisenbahnstrecke München-Lindau beim Bahnhof Pforzen. Auch Kaufbeurer Firmen erhielten Aufträge für diese Bauvorhaben. Obwohl seit Kriegsbeginn die Bewirtschaftung aller Verbrauchsgüter eingeführt worden war, erhielten die Firmen für diese Bauaufträge alles an Material, was sie benötigten. Es wurde an nichts gespart und nur hochwertige Zubehörteile, Rohstoffe und Maschinenmaterial verwendet.
Für die Bauarbeiten wurden dienstverpflichtete Deutsche eingesetzt, ferner deutsche Insassen von Konzentrationslagern sowie Facharbeiter und Verwaltungspersonal der beteiligten Baufirmen. In der Nähe des Bahnhofes Pforzen wurde ein weiteres Barackenlager errichtet. Es diente als Stapellager und Vorratslager und als Unterkunftslager für Angehörige der Organisation Todt. Aus diesem Barackenlager, das „Moorlager" genannt wurde, entwickelte sich nach dem Krieg die Vertriebenensiedlung „Zellerberg". Ende 1940 war die größte Bautätigkeit im Werk zu verzeichnen, etwa 2700 Arbeiter waren beschäftigt. Es wurden binnen sechs Wochen täglich 1200 cm3 Betonkies verarbeitet, der durch ein Spezialverfahren eine ungewöhnliche Härte bekam. 1943 war die Fertigstellung des Rayons der Pulverfabrik abgeschlossen, es lag im südlichen und westlichen Teil des Geländes. 1943 wurde die Bebauung des nördlichen und östlichen Teiles des Geländes in Angriff genommen, hier entstanden die Gebäude, die für die Sprengstoffherstellung benötigt wurden. Einen weiteren, planerisch schon festgelegten Ausbau verhinderte das Kriegsende. Der oben stehende Text wurde teilweise gekürzt, leicht verändert und mit Bildern ergänzt von Peter Dittert.
Der Text wurde mit freundlicher Genehmigung des Vorstands der
Leutelt-Gesellschaft e.V. entnommen aus dem Buch:
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