Stefan Frank, Circus Luna,  Interview vom 12.8.2010 in Bad Wörishofen

 

Stefan Frank

Der heute 46-jährige zeigte erst mit 14 Jahren als Clown sein Interesse für den Circus, obwohl er bereits im Alter von acht Jahren mit seinem Vater Walter Frank (73) Handstände übte und ein Jahr später mit dem Saltotraining begann. Später entdeckte er seine Liebe für die Circustiere, vor allem für Elefanten, Bären und Hochlandrinder. Der jetzige afrikanische Elefant Benjamin lebt seit 26 Jahren bei der Familie Frank.

Im Circus Luna ist man stolz auf seine Tiere. Klar, dass ab und zu Kritik von außen kommt, aber mit dieser geht man hier gelassen um, auch wenn diese anonym und unqualifiziert ist. „Aus Kritik kann man lernen“, lautet es, und genauso reagieren alle Familienmitglieder. Im Übrigen habe man nichts zu verbergen. Das Veterinäramt  verfolgte unlängst aufmerksam zwei Vorstellungen in Bad Wörishofen, wo sich der Circus bis zum Ende der Sommerferien 2010 befindet und hielt sich drei Stunden auf dem Gelände auf. Eine vorbildliche Tierhaltung wurde dem Circus freilich bescheinigt und dazu musste man sich beim Luna auch nicht extra anstrengen, denn diese ist selbstverständlich.

Über Verletzungen redet man wenig, denn die gehören zum Alltag eines Artisten wie Stefan Frank- Das meiste, was er heute vor dem Publikum vorführt, hat er sich selbst beigebracht und dabei auch einige Blessuren davon getragen. Auch das Lesen und Schreiben hat sich Stefan mit 25 Jahren mit Hilfe seiner Frau Alexandra mehr oder weniger selbst beigebracht. Er berichtet, dass er jede Grundschulklasse zwei oder drei Mal besucht hat. Seine Cousins aus der Linie Weisheit im Osten waren stehts Klassenbeste. Der Lehrplan im Osten war streng strukturiert, so dass ein Artist ohne Probleme den Anschluss an einer Schule an einem anderen Ort fand. Ganz anders war es hier im Westen. Die Freiheit im Lehrplan (sehr vornehm ausgedrückt) war und ist für einen Reisenden verhängnisvoll.

Mich interessierte auch die Geschichte und der Ursprung des Circus Luna. „Bis in das Jahr 1632 nach Elsaß-Lothringen gehen die Aufzeichnungen zurück“, erzählt Stefan. Er selbst kann die Tradition lückenlos 200 Jahre erzählen. So sei man auch mit den Circusfamilien Weisheit, Probst, Traber und Stey verwandt.

Heutzutage in der Circuswelt zu überleben, ist alles andere als einfach. So zeigt man sich mit Auftritten in Kindergärten, Altenheimen und Schulen. Auch im Weihnachtscircus, wie 2009/2010 in Crailsheim, zeigten die Franks ihr Können.

Das derzeitige Engagement im Skyline Park in Bad Wörishofen ist mit mehreren Vorstellungen am Tag, mehr als anstrengend. „Da ist am Abend schon mal die Luft raus“, meint Stefan, aber anzumerken ist ihm das bei seinen Auftritten in keinster Weise. Da spiegelt sich bei einem solchen Profiartisten einfach nur Begeisterung in seiner Gestik und Mimik wider, wie die folgenden Fotos beweisen.

 

 

 

 

Email: circus@dittert-online.de  

Visit http://www.ipligence.com